Nach einem längeren Zeitraum bin ich eher durch Zufall mal wieder bei Pownce gelandet. Lange Zeit galt Pownce, das vom Digg-Chef Kevin Rose mitentwickelt wurde, auch nur als eines von vielen Twitter-Klons und deswegen habe ich mich eigentlich nach der Anmeldung dort auch nicht viel mehr damit beschäftigt.
Wie gesagt hab ich dann letztens durch Zufall dort wieder vorbeigeschaut und mich ein wenig intensiver mit den Funktionen und dem Konzept auseinandergesetzt.

Auf den ersten Blick scheint Pownce wirklich nichts anderes zu sein als etwas aufgemöbeltes Twitter, denn bei beiden Diensten kann man kurze Nachrichten veröffentlichen. Jedoch sehe ich bei Pownce zwei erhebliche Vorteile: Zum einen kann man seine Kontakte in Gruppen (Sets) einteilen und so seine Nachrichten, Links usw. gezielter veröffentlichen und zum anderen kann man Dateien (beim kostenlosen Account bis zu 10 MB) untereinander austauschen. Nebenbei bemerkt, ist natürlich das Design von Pownce wesentlich schöner als bei Twitter und ein auf AIR (Adobe Integrated Runtime) basierender Desktop-Client wird von Haus aus auch gleich mitgeliefert.
Aber es wäre natürlich ein bisschen einseitig, wenn ich Pownce nur loben würde, denn es gibt auch Nachteile. So gibt es keine API für externe Anwendungen (was aber demnächst wohl nachgeholt wird) und die einladungsbasierte Registrierung hält auch das Wachstum ein wenig in Grenzen, was einerseits für die Performance der Server ziemlich gut ist, aber andererseits die Ausbreitung wahrscheinlich behindert. Was Twitter noch besser macht, ist das mobile Interface und die Integration in die gängigen Instant Messenger.
Was soll das ganze, wird sich wahrscheinlich der ein oder andere jetzt fragen? Drei Bereiche wo Pownce, Twitter & co. meiner Meinung nach ihren Platz finden werden:
- Microblogging: Auf der Reise durchs Web laufen einem doch immer wieder interessante Links, Videos, Artikel usw. über den Weg, die man doch gerne auch anderen mitteilen möchte. Aber ehrlich gesagt, war es mir in der Vergangenheit immer ein wenig zu umständlich und zu blöd dafür extra einen Beitrag im Blog zu schreiben. Hier bieten Pownce und Konsorten eine ideale Möglichkeit ganz schnell und unkompliziert kurze Nachrichten in die Welt hinauszuschicken. Twitter hat dabei den Vorteil, dass man wohl eine größere Öffentlichkeit erreicht, Pownce dagegen aber nicht auf die 140 Zeichen begrenzt ist, die immer sehr schnell voll sind und meistens nicht ausreichen.
- Social Network: Diese Art der Anwendung kann auch ein sehr guter als Ersatz für Social Networks dienen. Man kann sich austauschen, Nachrichten zusenden, im gewissen Rahmen diskutieren usw. Natürlich hat man nicht den Umfang eines normalen Social Networks, aber auf alle Fälle wäre es eine interessante Ergänzung der Kommunikation, wenn nicht sogar ein Ersatz.
- Kollaboration: Gerade im Fall von Pownce würde ich es doch stark von Twitter differenzieren, denn das Potential liegt in einem anderen Bereich. Durch die Möglichkeit der Gruppen (Sets) und dem Versenden von Dateien kann man mittels Pownce die Zusammenarbeit und Kommunikation eines Teams sehr gut vereinfachen.
Jede Anwendung in diesem Bereich hat so eine Vor- und Nachteile, die ich versucht habe hervorzuheben. Je nach Ziel das man verfolgt sollte man die passende Anwendung auswählen. Persönlich tendiere ich momentan aufgrund des Designs und der Möglichkeiten bei der Kollaboration eher zu Pownce - bin aber mal gespannt, ob Twitter gerade bei der Gruppenfunktion nachzieht. Falls jemand Interesse hat, Pownce mal auszuprobieren, dann hab ich noch ein paar Einladungen übrig.
Weitere lesenswerte Beiträge zu Pownce:
- Pownce: Collaboration from and at the hip von Ross Mayfield
- Pownce von Jeremy Keith



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