Monatliches Archiv für November, 2007

Coworking Event in Bielefeld

Normalerweise bin ich ein Mensch, der am liebsten in aller Ruhe zuhause arbeitet, wo ich die potentiellen Ablenkungen (Telefon, eMail usw.) weitestgehend irgendwie unter Kontrolle habe und nicht andauernd von irgendwem gestört werde. In einer solchen Arbeitsatmosphäre schaffe ich dann am meisten. Ich weiß nicht einmal, ob ich von 9-17 Uhr ganz normal in einem Großraumbüro arbeiten könnte - das entspricht irgendwie weder meinem Rhythmus noch meinem Arbeitsfluss.

Aber auf Dauer ist eine solche Isolation natürlich auch ein wenig eintönig und deswegen haben wir uns mit meinem Bruder in der Vergangenheit immer mal wieder an einem Samstag den ganzen Tag zusammengesetzt und an diversen Projekten gearbeitet. Es war eine willkommene Abwechslung.

Inspiriert durch unsere eigenen Treffen und durch den Artikel »Being Spaces: Arbeitsräume für die digitale Bohéme« von Johannes Kleske möchten wir in nächster Zukunft ein kleines Experiment wagen. Im Rahmen unseres Projekts @relevant events möchten wir eine Art Coworking Event in Bielefeld auf die Beine stellen. Sicherlich werden wir damit dem eigentlichen Konzept des Coworking nicht ganz gerecht, aber es ist einfach erstmal ein Versuch, um zu gucken, was in diese Richtung möglich ist.

Wir werden wohl im Januar des nächsten Jahres einen ersten Anlauf starten und unsere Türen für alle öffnen, die Interesse am Coworking haben und das in der Praxis mal ausprobieren möchten. An einem Samstag im Januar besteht die Möglichkeit zu unserem kleinen - bisher privaten - Coworking dazuzustoßen. Jeder ist eingeladen! Egal ob ihr Webworker seit, gerade an einer Hausarbeit schreibt oder irgendeiner anderen Tätigkeit nachgeht. Das Ziel ist es einfach sich kennen zu lernen, auszutauschen, vielleicht sogar zu inspieren und einfach zusammen zu arbeiten.

Welchen konkreten Rahmen - ob wir das z.B. in unseren Wohnungen machen, im Café oder in anderen Räumlichkeiten - können wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht sagen. Weitere Infos werden in den nächsten Wochen hier im Blog und im Wiki von @relevant events folgen. Wer Interesse hat, ist natürlich eingeladen mit uns über die Idee zu diskutieren ;)

(mt) Media Temple

(mt) Media Temple

Knapp 1,5 Jahre haben wir einen Managed Server bei Net-Build gemietet, der uns sozusagen von einem Kunden gesponsert wurde. Nach anfänglichen Schwierigkeiten mit dem Server sind wir doch sehr zufrieden damit gewesen. Der Server hatte ausreichende Ressourcen, war schnell, kaum Ausfallzeiten und der Support war sehr gut.

Trotzdem haben wir uns jetzt entschieden den Webhoster zu wechseln. Wie gesagt, hat das nichts damit zu tun, dass wir unzufrieden sind, sondern viel mehr, dass wir gemerkt haben, dass wir in einem für uns so wichtigen Bereich wie Webhosting gerne unabhängig sein möchten. So ein Managed Server geht ganz schön ins Geld und wir sind nicht in der Lage diesen aus eigener Tasche zu bezahlen, d.h., wenn der Kunde irgendwann mal die Finanzierung nicht mehr übernimmt, sind wir sowieso gezwungen uns nach einer Alternative umzusehen. Diesem haben wir jetzt vorgegriffen und uns auf die Suche nach einem neuen Webhoster gemacht.

Wer mal ein wenig auf den Websites von bekannten Webdesignern oder anderen Kreativen rumsurft, wird früher oder später auf (mt) Media Temple stoßen, wie z.B. Jeffrey Zeldman, 9rules, Cuban Council, group94 uvm. Dieser Webhoster hat es wirklich geschafft in der kreativen Szene Fuß zu fassen. Wir haben uns gedacht, dass da doch was dran sein muss und ermutigt durch die 30-Tage-Geld-zurück-Garantie haben wir schnell zugegriffen und den (gs) Grid-Service bestellt. Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist beeindruckent: für 20 $ bekommt man 100 GB Speicherplatz, 1 TB Traffic und vieles weitere wie MySQL-Datenbanken, Ruby on Rails, CronJobs. Vergleichbare Leistungen für einen solchen Preis sind mit in Deutschland noch nirgendwo untergekommen.

(mt) Webcontrol

Die enthaltenen Leistungen und Einstellungsmöglichkeiten im sog. (mt) AccountCenter haben mich dann komplett umgehauen. Neben einem wirklich schönen Design (da kann sich Confixx oder das KAS von all-inkl.com noch eine gehörige Portion abschneiden) haben mich die verschiedensten Möglichkeiten zu individuellen Einstellungen beeindruckt. So kann ich z.B. die PHP-Version für jede Domain einzeln einstellen, habe eine komplette Übersicht über die Belegung des Speicherplatzes, den Verbrauch des Traffics und der Rechnerleistung (GPU) und habe mit Urchin (war, glaub ich, der Vorgänger von Google Analytics) ein sehr gutes Tool für die Statistiken. Aber das war bei weitem noch nicht alles: SSH-Login, SSL-Zertifikat, 1-Klick-Installation von einigen Applikationen, automatisiertes Datenbackup und sogar Zugriff auf den Nameserver.

Ihr merkt, ich bin absolut begeistert ;) Und kann (mt) Media Temple nur weiterempfehlen. Jedoch gibt es leider auch einen Nachteil, der mir bisher aufgefallen ist. Die Server sind ein wenig langsamer, das kommt daher, weil sie in den USA stehen und der Unterschied jetzt so auffällt, da wir in der Vergangenheit was die Geschwindigkeit angeht mit einem Managed Server natürlich auch sehr verwöhnt waren. Vielleicht sind die Geschwindigkeiten beim Shared Hosting in Deutschland vergleichbar.

Neuorientierung der Corporate Identity

In der Vergangenheit haben wir uns immer sehr viel Mühe gegeben durch unsere Präsentation im Web und auch sonst den Anschein zu machen, dass wir eine »richtige« Agentur sind. Aber das stimmt eigentlich so nicht, denn wir haben z.B. nicht mal irgendwelche Büros, Angestellten oder andere Strukturen, die man in der Regel in Agenturen findet. Und ehrlich gesagt, wollen wir auch gar keine richtige Agentur sein.

Wenn wir das eine nicht sind, was sind wir dann?

Nun, wir sind drei Leute - mein jüngerer Bruder Eddy, meine Frau Angi und ich - die neben ihrem Studium sehr viel Spaß an der Arbeit mit dem Web, an Gestaltung, Design, Fotografie und alles mögliche in dieser Richtung haben. Aus diesem Grund haben wir uns entschieden unser Hobby, unsere Leidenschaft und Begeisterung und bisherige Erfahrung in einem gewerblichen Rahmen anzubieten. Neben unserer Arbeit für Kunden investieren wir einen beträchtlichen Teil unserer Zeit in eigene Projekte, wie z.B. RelevantBlogs, das vor kurzen geschlossene inyouth.de und das gerade im Entstehen begriffene @relevant.
Obwohl jeder einzelne von uns seine individuellen Kompetenzen und Aufgabenbereiche hat, haben wir keine festen Strukturen oder sogar Hierarchien, sondern sind sehr flexibel und richten uns da nach den Gegebenheiten und Anforderungen des Projekts. Das ist schon im ersten Absatz angeklungen: Wir haben nicht einmal ein Büro und sitzen schon gar nicht Tag für Tag zusammen rum und arbeiten in einem Raum. Wir sind da eher ein wenig unkomplizierter, denn jeder arbeitet bei sich zuhause und nach seinem eigenen Rhythmus.

Das heißt nicht, dass wir jetzt unprofessioneller oder inkompetenter sind als andere Agenturen - na gut, mit einigen können wir bestimmt nicht mithalten ;) Nur haben wir eben eine etwas andere Organisationsform gewählt, die unserer Lebenslage und -weise wesentlich besser entspricht und doch etwas mehr freiberufliches an sich hat, als die ein bisschen festeren Formen und Strukturen einer Agentur. Daher verstehen wir uns aktuell eher als sowas wie ein kleines Kollektiv aus Individuen, die gemeinsam an diversen Projekten arbeiten.

Warum schreibe ich das jetzt?

Irgendwie bringt das die Funktion eines Blogs ja mit sich, dass ich versuche eine gewisse Transparenz herzustellen ;) In einer Folge des Podcasts von Boagworld - den ich nebenbei gesagt, nur empfehlen kann - habe ich gehört, dass man authentisch sein muss und nicht so tun sollte, als ob man jemand anderes sei. In diesem Sinne möchten wir auch nicht länger so tun, als seien wir eine normale, typische Agentur, obwohl wir eigentlich weit davon entfernt sind.

Ich merke gerade, dass mein Artikel langsam immer länger und länger wird und bei weitem noch nicht einmal die Hälfte gesagt wurde. Deswegen habe ich mich kurzfristig entschlossen daraus eine kleine Serie zu machen, die die vielen Veränderungen thematisiert, die in den nächsten Monaten auf uns zukommen werden und wir auch zum großen Teil selbst vornehmen wollen.

Also Fortsetzung folgt…

Kapitaal

»Kapitaal« ist ein animiertes Video, das auf beeindruckende Art und Weise uns die Flut der Werbung der wir täglich in der Stadt ausgesetzt sind vor Augen führt.

Video: YouTube

[ via Wooster Collective ]