Wir haben es getan - ich kann es irgendwie immer noch nicht glauben. Teilweise als Konsequenz der Überlegungen wird inyouth.de zum 30. September dichtgemacht. Wir haben jetzt über zwei Jahre sehr intensiv und engagiert an dem Projekt gearbeitet und es ist schon nicht ganz einfach davon jetzt Abschied zu nehmen. Aber es lief eben nicht ganz unseren Vorstellungen entsprechend und deswegen war auch irgendwie die Luft raus. Für mich persönlich war es auch langsam Zeit für etwas Neues ;)
Somit steht das nächste Projekt auch schon in den Startlöchern. Wir möchten wieder zurück zu unserer ursprünglichen Idee und die christliche Jugendarbeit in Deutschland mit guten Inhalten und Material unterstützen. Wenn es soweit ist, bekommt ihr hier natürlich bescheid.
Nach einem längeren Zeitraum bin ich eher durch Zufall mal wieder bei Pownce gelandet. Lange Zeit galt Pownce, das vom Digg-Chef Kevin Rose mitentwickelt wurde, auch nur als eines von vielen Twitter-Klons und deswegen habe ich mich eigentlich nach der Anmeldung dort auch nicht viel mehr damit beschäftigt.
Wie gesagt hab ich dann letztens durch Zufall dort wieder vorbeigeschaut und mich ein wenig intensiver mit den Funktionen und dem Konzept auseinandergesetzt.
Auf den ersten Blick scheint Pownce wirklich nichts anderes zu sein als etwas aufgemöbeltes Twitter, denn bei beiden Diensten kann man kurze Nachrichten veröffentlichen. Jedoch sehe ich bei Pownce zwei erhebliche Vorteile: Zum einen kann man seine Kontakte in Gruppen (Sets) einteilen und so seine Nachrichten, Links usw. gezielter veröffentlichen und zum anderen kann man Dateien (beim kostenlosen Account bis zu 10 MB) untereinander austauschen. Nebenbei bemerkt, ist natürlich das Design von Pownce wesentlich schöner als bei Twitter und ein auf AIR (Adobe Integrated Runtime) basierender Desktop-Client wird von Haus aus auch gleich mitgeliefert.
Aber es wäre natürlich ein bisschen einseitig, wenn ich Pownce nur loben würde, denn es gibt auch Nachteile. So gibt es keine API für externe Anwendungen (was aber demnächst wohl nachgeholt wird) und die einladungsbasierte Registrierung hält auch das Wachstum ein wenig in Grenzen, was einerseits für die Performance der Server ziemlich gut ist, aber andererseits die Ausbreitung wahrscheinlich behindert. Was Twitter noch besser macht, ist das mobile Interface und die Integration in die gängigen Instant Messenger.
Was soll das ganze, wird sich wahrscheinlich der ein oder andere jetzt fragen? Drei Bereiche wo Pownce, Twitter & co. meiner Meinung nach ihren Platz finden werden:
Microblogging: Auf der Reise durchs Web laufen einem doch immer wieder interessante Links, Videos, Artikel usw. über den Weg, die man doch gerne auch anderen mitteilen möchte. Aber ehrlich gesagt, war es mir in der Vergangenheit immer ein wenig zu umständlich und zu blöd dafür extra einen Beitrag im Blog zu schreiben. Hier bieten Pownce und Konsorten eine ideale Möglichkeit ganz schnell und unkompliziert kurze Nachrichten in die Welt hinauszuschicken. Twitter hat dabei den Vorteil, dass man wohl eine größere Öffentlichkeit erreicht, Pownce dagegen aber nicht auf die 140 Zeichen begrenzt ist, die immer sehr schnell voll sind und meistens nicht ausreichen.
Social Network: Diese Art der Anwendung kann auch ein sehr guter als Ersatz für Social Networks dienen. Man kann sich austauschen, Nachrichten zusenden, im gewissen Rahmen diskutieren usw. Natürlich hat man nicht den Umfang eines normalen Social Networks, aber auf alle Fälle wäre es eine interessante Ergänzung der Kommunikation, wenn nicht sogar ein Ersatz.
Kollaboration: Gerade im Fall von Pownce würde ich es doch stark von Twitter differenzieren, denn das Potential liegt in einem anderen Bereich. Durch die Möglichkeit der Gruppen (Sets) und dem Versenden von Dateien kann man mittels Pownce die Zusammenarbeit und Kommunikation eines Teams sehr gut vereinfachen.
Jede Anwendung in diesem Bereich hat so eine Vor- und Nachteile, die ich versucht habe hervorzuheben. Je nach Ziel das man verfolgt sollte man die passende Anwendung auswählen. Persönlich tendiere ich momentan aufgrund des Designs und der Möglichkeiten bei der Kollaboration eher zu Pownce - bin aber mal gespannt, ob Twitter gerade bei der Gruppenfunktion nachzieht. Falls jemand Interesse hat, Pownce mal auszuprobieren, dann hab ich noch ein paar Einladungen übrig.
Merlin Mann der Autor von 43 Folders und ein GTD-Experte hat einen interessanten und sehr guten Vortrag über »Inbox Zero« bei beim Google Tech Talk gehalten. In seinen Ausführungen macht er deutlich, dass der eMail-Posteingang anhand von fünf Aktionen (löschen [oder archivieren], delegieren, antworten, zurückstellen und erledigen) immer leer gehalten werden sollte, um die Übersicht zu behalten und eine gewisse Produktivität zu gewährleisten.
Ein Buch macht in letzter Zeit besonders die Runde in der Webdesign-Szene (praegnanz.de, pixelgraphix, superdeluxe uvm.). Am 28. August wird Mobile Web Design von Cameron Moll als PDF veröffentlicht. Ich bin schon echt gespannt - vor allem weil ich glaube, dass mobiles Webdesign in nächster Zukunft eine immer größere Rolle spielen wird und man als Webdesigner langfristig auch nicht dran vorbeikommen wird - und werde es mir wahrscheinlich auch kaufen, obwohl ich es wesentlich lieber in gedruckter Form hätte.
Der Sämann hat mir mit seinem Artikel den passenden Denkanstoß zu einem eigenen Beitrag gegeben, den ich eigentlich schon lange mal schreiben wollte.
Die christliche Ghettoisierung im Web wächst vor allem im Bereich der Communitys von Tag zu Tag. Genau wie im alltäglichen Leben bewegen sich Christen auch im Netz immer mehr in ihren eigenen Kreisen und schließen sich zum großen Teil von der Außenwelt ab. Und ohne es wirklich zu bemerken, haben wir mit unseren eigenen Projekten - besonders inyouth.de - dazu beigetragen. Gerade das wogegen ich persönlich im realen Leben ankämpfe, haben wir aktiv mit unterstützt. Mir stellt sich momentan wirklich die Frage, was genau der Nutzen und Vorteil von christlichen Communitys ist.
Wozu müssen wir uns als Christen in irgendwelchen eigenen Nischen verkriechen und im eigenen Saft schmoren, wenn wir genauso gut auch normale Social Networks, wie z.B. Facebook, MySpace usw., dafür nutzen können, um mit unseren ganzen Freunden zu kommunizieren, in Gruppen zu diskutieren, Leute kennen zu lernen usw.
Nicht dass man mich falsch versteht, ich habe jetzt nichts grundsätzlich gegen christliche Webprojekte, so halte ich z.B. Blogs mit Inhalten zu Glaube, Theologie usw. für gut, hilfreich und notwendig. Aber in einigen Bereichen finde ich sie eben auch mittlerweile ziemlich überflüssig und teilweise auch destruktiv. Diese Überlegungen werden ganz praktische Auswirkungen auf unsere weitere Arbeit und Projekte haben. Besonders im Fall von inyouth.de werden wir uns in den nächsten Wochen genau überlegen, wie wir damit weitermachen wollen und welchen Sinn das überhaupt hat.
In der letzten Zeit erfährt das Social Network Facebook einen wahren Hype, der langsam auch nach Deutschland rüberschwappt. Natürlich gibt es auch hier wieder das standardmäßige Repertoire an Funktionen, wie z.B. Profile, Gruppen, Nachrichten usw. Eben das, was eigentlich so jedes Social Network mitbringt.
Da stellt sich natürlich einem die Frage, was die allgemeine - und zugegeben auch meine - Begeisterung für Facebook auslöst? In erster Linie wurde Facebook als Social Network für Studenten in den Staaten entwickelt, aber letztes Jahr haben sie sich für alle möglichen Personengruppen geöffnet und es irgendwie auch geschafft diese anderen Zielgruppen wirklich zu erreichen. Im Gegensatz zu z.B. studiVZ oder auch meiner Meinung nach MySpace sind dadurch die Mitglieder wesentlich heterogener und spannender.
Aber der ultimative Knaller ist Facebook mit dem F8-Projekt gelungen. Die damit verbundene Öffnung der eigenen Plattform für externe Applikationen, eröffnet dem User völlig neue Möglichkeiten der Nutzung und macht Facebook zu einer Art Meta-Applikation.
Da Facebook plant seinen Service in nächster Zukunft zu lokalisieren, kann man davon ausgehen, dass der Hype hierzulande noch zunehmen wird.
Hi, mein Name ist Peter Unruh und ich lebe in Bielefeld. Neben meinem Studium bin ich als freier Web- & Grafikdesigner für das kleine Kollektiv design eightytwo tätig. Ich gestalte und realisiere Websites basierend auf Webstandards.
Im Weblog schreibe ich über Webdesign, Design, Produktivität, Bücher, meine Projekte uvm.
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